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5. und 6. Lauf zum SEAT Leon Supercopa 2006
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Nach dem ersten Sieg im SEAT Leon Supercopa: „Flo“ Gruber will sich für Tourenwagen-WM empfehlen
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Aham (gb). Aufregende Wochen für den Ahamer SEAT Leon Piloten Florian Gruber: Nach dem ersten Sieg im SEAT Leon Supercopa vor Wochenfrist in der Motorsport Arena Oschersleben und den Testfahrten mit dem SEAT Werksteam in Barcelona/Spanien steht am kommenden Wochenende der erste Auftritt in der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft (FIA WTCC) auf dem Terminplan. Dabei will der aufstrebende Niederbayer die einmalige Chance am Steuer des SEAT Werkswagens nutzen und sich vor internationalem Publikum durch einen entsprechenden Auftritt für ein Profiteam empfehlen.
Florian Gruber hat sich als Sieger des SEAT European Masters 2005, der inoffiziellen Europameisterschaft des SEAT Leon Supercopa, für ein Werks-Cockpit qualifiziert. An der Seite von Spaniens Rennsportlegende Jordi Gené und fünf weiteren Werkspiloten kann Florian Gruber gegen die Weltelite des Tourenwagensports beweisen, dass er das Talent für höhere Aufgaben hat. „Ich durfte mir aussuchen, bei welcher WM-Veranstaltung ich den SEAT-Werkswagen fahre und habe mich für Oschersleben entschieden, denn die Strecke liegt mir“, sagte Gruber in einem Interview mit dem Sportinformationsdienst (sid). Der Sieg beim vierten Lauf zum Deutschen SEAT Leon Supercopa vor knapp zwei Wochen unterstreicht, dass Gruber mit dem 3,6 Kilometer langen Kurs in der Magdeburger Börde sehr gut zurecht kommt.
Erster Sieg war längst überfällig In Oschersleben, wo es wegen der vielen winkeligen Kurven auf eine exakte Linienführung und viel Gefühl für die richtige Balance von Gas- und Bremspedal ankommt, ließ Florian Gruber (Team Fischer Racing) schon im Qualifying zum dritten Meisterschaftswochenende seine Entschlossenheit aufblitzen: Am Ende der Sitzung hatte er sich die Pole Position mit einer Zeit von 1:35.350 Minuten geholt, gefolgt vom aktuellen Gesamtführenden René Rast (GAG Racing) und Sebastian Asch (TLM Team Lauderbach).
Im ersten Wertungslauf am späten Samstag Nachmittag ging es vom Start weg mächtig zur Sache. Aus der ersten Runde kam Florian Gruber vor René Rast mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,3 Sekunden zurück. Während sich in den hinteren Reihen ein munteres Hauen und Stechen entwickelte, fegten die beiden Führenden mit ihren „Rennlöwen“ wie vom Löwen gehetzt um den Kurs. In den letzten beiden Runden musste Gruber absolut ans Limit gehen, denn Rast wollte unter allen Umständen mit einem Sieg seine Führung in der Meisterschaft ausbauen. Doch Gruber konterte und zeigte seinerseits eine absolute Meisterleistung. In der letzten Runde wollte es der rastlose Newcomer Rast wissen und wählte in der „Hotelkurve“ nach Start und Ziel einen Bremspunkt, der nicht gut gehen konnte. Zwar fing er seinen ausbrechenden SEAT artistisch wieder ab, doch damit war das Rennen gelaufen. Nach 18 spannenden und höchst unterhaltsamen Runden hatte der amtierende SEAT Europa-Champion Florian Gruber mit einem Vorsprung von 2,6 Sekunden auf René Rast und Christian Hohenadel im 21 Meisterschaftslauf endlich den längst überfälligen Sieg im deutschen SEAT Leon Supercopa eingefahren.
Sicherheitslauf am Sonntag Im Wertungslauf sechs am Sonntag Nachmittag gingen die ersten acht in umgekehrter Reihenfolge ihres Zieleinlaufs vom Vortag an den Start. Für den Vortagessieger Florian Gruber bedeutete das Startreihe vier und Platz acht. Damit war von Anfang an klar, dass der junge Niederbayer auf Sicherheit und Ankommen fahren musste, denn an ein entscheidendes Vorfahren ist auf dem verwinkelten Kurs in Sachsen-Anhalt bei der Ausgeglichenheit der Fahrzeuge nicht zu denken. Florian Gruber bewies aber auch unter diesen Umständen, dass er über ein feines Händchen und großes renntaktisches Gespür verfügt. So hielt sich Gruber aus den um ihn herum tobenden Querelen geschickt heraus und pilotierte den „Löwen“ von SEAT-Partner Klaus Schneider, Landshut-Altdorf und Berglern bei Erding, am Ende unbeschadet auf den siebten Rang. „Schon beim Start ging es rund, denn Markus Steinel schoss nach einem Verbremser quer durch das Feld, das dadurch gleich getrennt wurde. In der Motorsport Arena ist ein Überholen dann fast nicht möglich. Ich habe daher nicht so viel riskiert, denn ohne Punkte im zweiten Lauf wäre der Sieg vom Samstag nicht mehr so viel wert gewesen“, diktierte „Flo“ Gruber den Reportern in die Notizblöcke. In der Gesamtwertung liegt Gruber jetzt mit 69 Punkten nur noch sieben Zähler hinter dem Führenden René Rast.
Grubers WM-Premiere live im ZDF und auf Eurosport Nach diesem Erfolgserlebnis ist Florian Gruber natürlich mächtig angespannt für den Weltmeisterschaftslauf am kommenden Wochenende, zumal das Zweite Deutsche Fernsehen und Eurosport live mit dabei sind. Eurosport berichtet am Sonntag ab 9:00 Uhr vom Warm-up und zeigt dabei auch eine Zusammenfassung vom Qualifying am Samstag. Ab 15 Uhr stehen dann auch beim ZDF die Kameras auf „on“ für den ersten der beiden Wertungsläufe. Der zweite beginnt um 16 Uhr.
Körperlich den letzten Feinschliff für den bisherigen Höhepunkt seiner Motorsportkarriere holte sich Florian Gruber vergangene Woche in Südtirol, wo er zusammen mit seinem Vater und Manager Josef Gruber eine Bergetappe des Giro d’Italia mit dem Rennrad absolvierte. Dort, wo am Vortag die Radprofis die Zuschauer begeisterten, zeigte sich auch Florian Gruber bestens in Form. „Der Junge soll die Sache konzentriert angehen und sich nicht zu sehr unter Druck setzen, denn das erste Ziel sollte zunächst sein, den Werkswagen heil ins Ziel zu bringen“, sagt Ex-Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, der als Freund des Hauses Gruber die Karriere von Florian von Anfang an aufmerksam verfolgt und fördert. Natürlich ist der ambitionierte Niederbayer zunächst einmal froh, überhaupt am Steuer eines Werkswagens Rennatmosphäre der Extraklasse schnuppern zu dürfen. Insgeheim hofft er aber doch, sich im Kampf gegen Größen wie die ehemaligen Formel-1-Fahrer Alex Zanardi, Gianni Morbidelli und Gabriele Tarquini oder die Tourenwagenasse Andy Priaulx (amtierender WTCC-Champion), Rickard Rydell sowie Dirk und Yvan Müller so in Szene setzen zu können, dass vielleicht schon im nächsten Jahr der Traum von einem permanenten Werkswagen wahr wird.
Bildunterschrift: Florian Gruber war nach seinem ersten Sieg im SEAT Leon Supercopa ein begehrter Interviewpartner und brennt nun auf seinen Einsatz beim Weltmeisterschaftslauf am kommenden Wochenende in Oschersleben (Foto: Boenisch Consulting).
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