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1. und 2. Lauf zum SEAT Leon Supercopa 2006
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SEAT Leon Supercopa 2006 / „Gebremster“ Auftakt in Hockenheim: Florian Gruber lässt seinen „Rennlöwen“ kräftig fauchen
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Aham (gb). „Adrenalin pur“ gab es beim Saisonauftakt des Seat Leon Supercopa 2006 am Wochenende im Motodrom von Hocken-heim für Florian Gruber: Nach vier Monaten Winterpause knallte der amtierende „European Master“ im Training nach dem kometenhaft agierenden Newcomer René Rast die zweitbeste Trainingszeit auf den Asphalt – um dann zusammen mit allen anderen Leontreibern wegen eines technischen Defektes an der Bremsanlage und der damit verbundenen Rennabsage für das erste Saisonrennen am Samstag buchstäblich ausgebremst zu werden. Dafür gelang am Sonntag mit dem zweiten Rang hinter Rast ein gelungener Saison-start, der die Titelambitionen des Vilstaler Tourenwagenpiloten nachhaltig unterstrich.
Der SEAT Leon Supercopa des Jahrgangs 2006 wurde seinem Ruf als „heißester“ Markenpokal schon beim freien Training am Freitag gerecht. Beim ersten Auftritt in der neuen Saison ließen es die 32 Piloten und Seat-Rennlady Christina Surer bereits recht ambitioniert angehen. Florian Gruber wich dennoch nicht von seiner Marschroute ab und konzentrierte sich auf einige wenige schnelle Runden. „Mit den Ergebnissen aus den Tests von vor zehn Tagen bin ich bestens vorbereitet und muss vor dem Qualifying keine unnötigen Risiken eingehen“, protokollierte Gruber nach gerade mal zehn Runden.
Ausgeschlafen und bissig im Qualifying Ausgesprochen ausgeschlafen und „bissig“ zeigte sich Florian Gruber am Steuer seines „Rennlöwen“ von Seat-Partner Klaus Schneider im Qualifying am Samstagmorgen: Hinter dem entfesselt auftrumpfenden Neuling René Rast holte Gruber die zweite Trainingszeit und damit einen Startplatz in der ersten Reihe. „Da geht was“, waren sich Teamchef Hardy Fischer von Grubers Einsatzteam Fischer Racing aus Paderborn und sein Pilot einig. Optimismus war bei Fischer Racing auch deswegen angesagt, weil die Zeiten der beiden anderen Teammitglieder, Vorjahresmeister Thomas Marschall und „Dauerbrenner“ Peter Scharmach, die gute Saisonvorbereitung bestätigten. Den elften Lauf nahmen die „Löwendompteure“ auf der 3,629 Kilometer langen Kurzanbindung der Grand Prix Strecke am Samstagnachmittag bei trockenem Wetter unter die Räder. Gruber erwischte einen guten Start, Bastian Kolmsee zog jedoch mit einem Sensationsstart an Gruber vorbei. Die beiden Führenden setzten sich schon im Verlauf der ersten Runde etwas vom Pulk ab. Mit der schnellsten Rennrunde machte Gruber ordentlich Druck auf Kolmsee, konnte ihn aber nicht zu einem Fahrfehler verleiten. Drei Durchgänge vor Schluss holt der Defektteufel aber zum großen Schlag gegen Gruber aus: Urplötzlich streikte nach Start und Ziel das Getriebe und Grubers Rennlöwe wurde immer „zahnloser“. Bis zum Rennende wurde er bis auf den 13. Platz durchgereicht. „Nix mit Punkten und Marschall mit seinem achten Rang gemäß Cup-Reglement am Sonntag auf dem ersten Startplatz“, ärgerte sich Gruber und verschwand frustriert im Renntruck.
Probleme nach dem Qualifying Die eigentlichen Probleme traten nach dem Qualifikationsrennen auf und betrafen nicht nur die Mannschaft von Fischer Racing: Bei einigen „Rennlöwen“, darunter auch dem von Meister Thomas Marschall, zeigten sich Probleme mit der Bremsanlage. Diese ließen sich auf die Schnelle nicht beheben und führten wegen Sicherheitsbedenken zwanzig Minuten vor dem Start des Samstagrennens zur Rennabsage. „Bitter, aber wenn es nicht geht, dann besser so“, grummelte ein sichtlich enttäuschter „Flo“ Gruber, an dessen Seat die Bremsanlage einwandfrei funktionierte.
Harter Fight um Platz zwei am Sonntag Nach der Absage vom Samstag und nach dem Einbau neuer Bremsanlagen – Seat hatte über Nacht in einer Luftbrücke neue Teile vom Zulieferer aus England einfliegen lassen – war Florian Gruber für das nun wirklich erste Saisonrennen am Sonntagnachmittag bis unter die Haarspitzen motiviert. Seine Ambitionen zeigte er schon in der ersten Kurve, in der er Polesetter René Rast am Ende der Startgeraden zu einem fairen, aber spektakulären Infight herausforderte. Diesen allerdings entschied der Senkrechtstarter aus dem Team von GAG-Racing aus Essen für sich. Gruber sortierte sich hinter Rast, aber vor einem Pulk aus fünf Mitkonkurrenten in das Feld ein. Marcus Steinel wurde schon von da an sein schärfster Rivale, der bis ins Ziel eine unglaubliche Hartnäckigkeit an den Tag legte. Mehrmals sah es so aus, als würde Steinel an Gruber vorbei kommen. Zeitweise trennten die beiden nicht mehr als 0,5 Sekunden von einander. Gegen Mitte der Renndistanz schien Gruber aber einen einigermaßen komfortablen Vorsprung gegenüber Steinel zu besitzen. Doch weit gefehlt! Der giftgrüne Seat Leon von Steinel schnupperte in den letzten Runden wieder zunehmend bedrohlicher am Heck von Gruber. Trotz aller Attacken von Steinel, der dafür nicht weniger Szenenapplaus erhielt wie Gruber für seine Abwehrmaßnahmen, reichte es am Ende für Florian Gruber zum hart erkämpften zweiten Platz. „Unglaublich, aber der Kollege Rast ist heute wohl in einer anderen Klasse unterwegs gewesen und gegen Markus Steinel war es mehr als hart“, merkte ein abgekämpfter, aber überglücklicher Florian Gruber nach dem viel versprechenden Saisonauftakt an. 17 Meisterschaftspunkte aus Saisonlauf eins und vor dem nächsten Rennen am Lausitzring sind ein Ergebnis, das als solider Grundstock für die Saison 2006 verbucht werden kann.
Bildunterschrift: Gelungener Saisonstart: Beim Saisonopening in Hockenheim unterstrich Florian Gruber mit Rang zwei seine Ambitionen auf den nationalen Titel im Jahr 2006 (Foto: Boenisch Consulting).
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