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15. und 16. Lauf Lauf zum SEAT Leon Supercopa 2005
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15. & 16. Lauf Lauf zum SEAT Leon Supercopa 2005 Aham, 23.10.2005
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150.000 Fans beim DTM-Finale / „Finale Kurioso“ im Seat Supercopa: Bastian Kolmsee schießt „Flo“ Gruber aus allen Titelträumen
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Aham (gb). Starker Anfang, starker Auftritt, wütender Abgang nach bösem Foul – so lässt sich das Finalwochenende im Seat Leon Supercopa auf dem Hockenheimring aus der Sicht von Florian Gruber zusammenfassen. Nach Startplatz drei im Qualifying am Samstagmorgen folgte ein brillanter Start in den Wertungslauf 15 am Samstagnachmittag. Das abrupte Ende aller Titelträume kam dann genauso „brilliant“ in Runde sechs: Bastian Kolmsee, Mit-Rivale im Kampf um den Titel, rammte beim Kampf um die Spitze in einer völlig unsportlichen Aktion seinen Seat in den Wagen Grubers und sorgte so für den „Abschuss“ des Niederbayern.
Top oder Flop, hieß es beim Saisonfinale im badischen Hockenheim für Gruber. Mit 123 Punkten lag er vor dem Rennen auf der badischen Traditionsstrecke noch aussichtsreich im Kampf um die Meisterschaft in Sichtweite zu Tabellenführer Thomas Marschall (132) und dem Zweitplatzierten Daniel Bauer (127) lag. „Volle Attacke“ forderte deshalb auch Teamchef H.G. Müller von seinem Piloten am Steuer des Seat Leon Cupra R von Seat Partner Klaus Schneider aus Landshut-Altdorf.
Starker Auftritt im Qualifying Mit Hochspannung verlief das Qualifying zum 1. Lauf auf dem Hockenheimring am Samstagmorgen. Bei schwierigen äußeren Bedingungen mit Regenschauern und rutschiger Piste mussten die Piloten schon um 8.15 Uhr um die Startpositionen kämpfen. Bis etwa drei Minuten vor Schluss zeichnete sich für die Fahrer von HG Müller Sports ein Traumergebnis ab: Die Plätze eins (Gruber), zwei (Meyer) und vier (Lauck) standen auf dem Protokoll. Doch dann quetschten sich noch Bastian Kolmsee und Fredy Barth vom Team Abt Sportsline in die erste Startreihe. Der in der Meisterschaft führende Thomas Marschall musste sich mit Startplatz neun zufrieden geben. Aber auch so war Teamchef Hans Günther Müller zufrieden, denn mit Florian Gruber auf Platz drei, Matthias Meyer auf fünf und Neuzugang Manuel Lauck auf dem achten Startplatz, waren die Voraussetzungen für ein tolles und spannendes Rennen gegeben.
Ramboattacke beendet Titelträume Der 15. Wertungslauf der Saison am Samstagnachmittag sah einen entfesselt startenden Florian Gruber. Mit einem sensationellen Start konnte sich der HG Müller Sports Pilot Gruber sofort an die zweite Position setzen. Noch in der ersten Runde übernahm er, nach einem Fahrfehler von Bastian Kolmsee, die Spitze des Feldes. Im weiteren Verlauf sahen die begeistert mitgehenden Fans auf den Tribünen einen packenden Zweikampf zwischen dem amtierenden Formel-3-Meister Bastian Kolmsee und Florian Gruber. Immer wieder wechselte die Führung nach beherzten Positionskämpfen. Gruber schien das Rennen der Saison fahren zu können. Aber nur bis zur Halbzeit des auf 13 Runden angesetzten Laufes, dann brannten bei Kolmsee offenbar einige Sicherungen durch. Nach einem kleinen Ausrutscher in der Spitzkehre vor der Einfahrt ins Motodrom kam Florian Gruber neben Kolmsee wieder auf die Piste. Alles schien in völliger Ordnung! Aber dann holte Kolmsee zum „Body-Check“ aus und bugsierte einer völlig unnötigen Rambo-Aktion Gruber erneut von der Strecke. Die Szene, die im Motodrom-TV mehrfach in Zeitlupe vor- und rückwärts abgespult wurde, riss die Augenzeugen zu wütenden Protesten hin, nur die Rennkommissare wollten in der Aktion des Abt-Piloten kein Foul erkannt haben. Während sich Kolmsee nach dieser rüden Attacke über den Laufsieg freute, jagte Florian Gruber nach dem fälligen Radwechsel als Letzter dem Feld und seinen geplatzten Titelträumen hinterher. Die Enttäuschung beim gesamten Team war natürlich groß und „Flo“ Gruber war nach dem Rennen auch zu keinem Kommentar zu bewegen.
Das Feld von hinten aufgerollt Den 16 und damit letzten Lauf in dieser Saison nahmen die Pilotinnen und Piloten bei trockenem Wetter am frühen Sonntag Morgen unter die Räder. „Da kann ich die Meute ja mal vor mir her jagen“, sagte mit beißendem Spott Florian Gruber, der nach seinem Ausscheiden am Samstag vom 21. Startplatz aus ins Rennen gehen musste. Allerdings konnte er dadurch mit ansehen, wie sich schon in Runde drei Bastian Kolmsee und Fredy Barth – wieder in der Spitzkehre vor der Einfahrt ins Motodrom – um die vermeintliche Ideallinie stritten. Diesmal war Kolmsee der Verlierer und stieg an der Box aus seinem nicht mehr zu reparierenden Wagen. Dabei vergaß er nicht, sich in heftigen Schimpftiraden ob der unfairen Aktion von Barth zu ergehen. Auch Gaststarter Sven Hannawald, Ex-Skiflugweltmeister und Gewinner der Vier-Schanzen-Tournee, kam mit einem waidwunden an die Box. Das alles ließ Florian Gruber unbeeindruckt, er pflügte durch das Feld und arbeitete sich bis zum Ende auf Rang elf vor.
Sieger nach vierzehn Runden wurde Chrtistian Hohenadel vor Marcus Steinel, der noch auf den letzten Metern an Tobias Schulze vorbeigegangen war. Thomas Marschall kam auf Rang sieben vor Daniel Bauer ins Ziel. Mit 148 Punkten holte Thomas Marschall die Meisterschaft, gefolgt von Daniel Bauer mit 146 und Bastian Kolmsee mit 136 Punkten. Florian Gruber hat sich mit 123 Punkten und dem vierten Gesamtrang aber die Teilnahme an den „European Master“ im November gesichert. Diese werden, nicht wie ursprünglich geplant in der Türkei, sondern auf dem GP-Kurs in der spanischen Metropole Barcelona ausgetragen. Dann hat Gruber die große Chance, vor internationalem Publikum und gegen internationale Gegner aus Spanien, Großbritannien und der Türkei sein Können unter Beweis zu stellen.
Bildunterschrift: Florian Gruber hat in Hockenheim alles gegeben und trotzdem in der Gesamtwertung (fast) nichts gewonnen - da war auch der Preis für den besten Nachwuchsfahrer nur ein schwaches Trostpflaster (Foto: Boenisch Consulting).
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