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Internationales Finale Seat Leon Supercopa 2005

Internationales Finale Seat Leon Supercopa 2005
Aham, 14.11.2005





Sensation in Barcelona / Niederbayer wird „König der Löwen“:
Florian Gruber gewinnt das Supercopa-Europafinale


Aham (gb). Florian Gruber, der große Pechvogel vom Deutschland-finale auf dem Hockenheimring hat es beim großen internationalen Finale des SEAT Leon Supercopa 2005 auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona/Spanien nochmals allen gezeigt: Nach seiner furiosen Trainingsbestzeit vom Samstag zauberte der 22-jährige SEAT Pilot aus dem Vilstal am Sonntag auf dem spanischen Grand Prix Kurs einen souveränen Start-Ziel-Sieg auf den Asphalt und holte sich die Europameisterschaft im SEAT Leon Supercopa 2005.

Der junge Niederbayer hatte schon im freien Training am Samstag seine Topform angedeutet und war mit dem SEAT Leon Nr. 17 – zwar waren nur die 16 schnellsten Teilnehmer aus Deutschland, Großbritannien, der Türkei und Gastgeber Spanien am Start, die Veranstalter hatten aber auf die Vergabe der Startnummer 13 verzichtet – auf Anhieb perfekt zurecht gekommen. Nach nur wenigen Runden hatte Gruber, der die Strecke wie die meisten anderen Starter nur von Fernsehaufzeichnungen her kannte, den Wagen und die Strecke erstaunlich gut im Griff. Zugute kam ihm dabei sicherlich, dass er sich Streckenprofile wie kaum ein anderer Pilot in seiner Klasse in nur wenigen Runden exakt einprägen kann. Dass er auch fast blind unheimlich schnell sein kann, bewies er am späten Samstag-nachmittag, als bei einbrechender Dunkelheit die letzten 10 Trainings-minuten fast im Finsteren absolvieren musste, denn die für die European Masters aufgebauten „Rennlöwen“ verfügten aus Gewichtsgründen über keine Beleuchtungsanlage.

Pole Position mit weitem Abstand
Im Qualifikationstraining am Samstagmorgen legte Gruber bei wolken-bruchartigen Regenschauern den Grundstein für seinen späteren Erfolg. In überlegener Manier sicherte sich die große Nachwuchs-Hoffnung Gruber, die noch keinen Sieg in einem nationalen SEAT Meisterschaftslauf verbuchen konnte, überlegen die Pole Position und damit eine hervor-ragende Ausgangsposition für das alles entscheidende Rennen am Sonntagmittag. Über 1,3 Sekunden lag er vor dem Zweitplatzierten Tom Ferrier aus Großbritannien und fast zwei Sekunden betrug der Abstand auf den Deutschen Supercopa Meister 2005, Thomas Marschall. Mit dieser Ausgangsposition wurden dem Außenseiter in Diensten von HG Müller Sports schnell seine Chancen für das Rennen bewusst: „In Barcelona ist das Überholen enorm schwierig, vor allem im Regen. Da ist es schon ein enormer Vorteil, von der Pole aus ins Rennen zu gehen, freie Sicht zu haben und dadurch die Gefahr eines Abfluges zu vermindern“.

Überlegener Sieg schnell in „trockenen Tüchern“
Zwar hatte sich zum Start um 12.35 Uhr das Wetter leicht gebessert, doch blieb die Strecke während der gesamten 14 Rennrunden feucht und an manchen Stellen richtig schmierig. Gruber erwischte einen sensationellen Start und führte die Meute der 16 „Rennlöwen“ schon bald mit einem kleinen, aber stetig anwachsenden Vorsprung durch die ersten Runden. Während sich Gruber an der Spitze darauf und daran machte, den Sieg trotz regennasser Fahrbahn sicher in „trockene Tücher“ zu bringen, tobten im Hauptfeld heftige „Rangkämpfe“ unter den Löwenbändigern. Gruber wurde Runde um Runde souveräner und ließ sich auch durch den zwischenzeitlich aufkommenden Briten Ferrier nicht aus der Ruhe bringen. In der letzten der 14 Rennrunden war der Vorsprung auf stattliche 1,6 Sekunden angewachsen. Ausreichend, aber nicht wirklich beruhigend. „Das waren die längsten 4,7 Kilometer meines Lebens“, sagte nach dem Erreichen der Ziellinie ein erschöpfter, aber überglücklicher Florian Gruber. „Das ist Wahnsinn, ich kann es noch gar nicht glauben. Heute hat einfach alles gepasst“, freute sich der bescheidene Champion in einer für ihn fast überschäumenden Art. Als „Sahnehäubchen“ auf dem Erfolg konnte Gruber verbuchen, dass er mit den beiden Nächstplatzierten Bastian Kolmsee und Thomas Marschall sowie dem dann folgenden Britenduo Tom Ferrier und Tom Boardman alle als Topfavoriten gehandelten Piloten hinter sich gelassen hatte.

Einsatz in der Weltmeisterschaft winkt
„Ich wußte es, dass Florian ganz vorne mitfahren kann. Er hat die ganze Saison über eine konstante Leistung auf hohem Niveau geboten und nur durch unglaubliches Pech das eine oder andere Mal den Sprung auf den obersten Podestplatz versäumt“, kommentierte Grubers Teamchef HG Müller den Erfolg seines Schützlings.

Als frisch gebackner Europachampion darf sich Florian Gruber neben dem Siegerpokal nun auch über einen Gasteinsatz im SEAT Werksteam bei der Tourenwagenweltmeisterchaft 2006 (WTCC) freuen. Als Partner von Jordi Gene, Rickard Rydelll, Peter Terting, Yvan Muller, Gabriele Tarquini und James Thompson wird Gruber internationale Rennerfahrung auf höchstem Niveau sammeln dürfen. Zur Einstimmung überreichte ihm bei der Siegerehrung die spanische Tourenwagenlegende Jordi Gene schon mal einen originale Rennanzug, wie ihn die SEAT Werkspiloten tragen.

Bildunterschrift:
Florian Gruber ist der „König der Löwen“ und bekommt von dem spanischen Tourenwagenprofi Jordi Gene den offiziellen Rennanzug der SEAT Werksfahrer überreicht. Im nächsten Jahr kann sich der frisch gebackene Europchampion in der Weltmeisterschaft mit den Topfahreren des Tourenwagensports messen (Foto: Boenisch Consulting).

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